Geomantie
Geomantie - Lebenskraft - Orte der Kraft
Der Begriff Geomantie setzt sich aus den griechischen Wörtern Ge(o) und Mantie zusammen. Ge(o) geht auf die Göttin Gaia zurück und steht für die Wesenhaftigkeit der Erde – Mantie steht im übertragenden Sinne für die Wahrnehmung von Lebenskraft.
Jörg Purner beschreibt in diesem Zusammenhang die
Geomantie als Alte Kunst und Wissenschaft, natürliche Energieströme und Energiezentren auf der Erdoberfläche auszumachen und in die landschaftsverändernde und landschaftsgestaltende Maßnahmen einzubeziehen. (Purner, 1991)
Der Begriff Lebenskraft geht weit zurück in die Geschichte und wird in unterschiedlichsten Kulturen beschrieben. Speziell in China spiegelt sich die Auseinandersetzung mit der Lebenskraft über das Forschungsgebiet der Akupunktur und deren Anwendung in der Medizin wieder. Dementsprechend können wir z.B. lineare vitalenergetische Systeme der Landschaft mit den Akupunkturmeridianen beim Menschen vergleichen. Sie bündeln und leiten die Lebenskraft durch die Landschaft (Frohmann, 2000)
Chi (China) - Ki (Japan) - Prana (Indien) - Lung (Tibet) - in Griechenland früher Ätherkräfte - in Europa Vitalkraft
Die geomantischen Phänomene des Raumes sind Aspekte der Lebenskraft, sie manifestieren sich an bestimmten Stellen mit unterschiedlicher Qualität und Wirkung in der Landschaft. Dies wurde bereits im Neolithikum erkannt und kulturell durch die Anlage der bekannten Megalithkreise, wie z.B. Stonehenge, gestalterisch unterstützt. Die Kelten, Römer und Griechen führten dieses Wissen in der Anlage ihrer Kultplätze weiter.
Später wurden diese Orte christianisiert und so kommt es, dass sich viele auch heutige kulturell bedeutsame Orte (Kirchen, Schlösser, Amtsgebäude) an geomantisch wichtigen Orten der Landschaft befinden. Heute spricht man in diesem Zusammenhang immer wieder von „Orten der Kraft“.
Es sind aber nicht ausschließlich die kulturell belegten Plätze, welche geomantisch bedeutsam sind, sondern auch naturräumliche Gebiete, wie Gewässer und deren Uferbereiche, Täler und Berge. In der geomantischen Betrachtung des Raums geht es also nicht nur um das Verständnis einzelner Orte, sondern um ein gesamtes (holoistisches) Begreifen der Vital- und Seelenkraft der gesamten Landschaft.






